Musicaldarstellerin

Henriette Schreiner


Interview

Henriette, wissen Sie noch, wann Sie Ihren ersten Ton gesungen haben?

Das war wahrscheinlich kurz nachdem ich zur Welt gekommen bin! (lacht)
Nein, im Ernst, an den allerersten Ton erinnere ich mich natürlich nicht mehr so genau, allerdings weiß ich noch, dass ich mich als Kind immer selbst in den Schlaf gesungen habe. Meine Mutter las mir eine Geschichte vor, hat mich zugedeckt, ging aus dem Zimmer und dann durfte ich drei Lieder meiner Wahl singen. Danach war Bettruhe. Manchmal erfand ich sogar neue Strophen, um länger singen zu können! Da meine Mutter gelauscht hat hat sie das leider immer sofort durchschaut…

Ihre musikalisches Interesse war also schon sehr früh geweckt?

Ja, absolut. Alles, was auch nur annähernd mit Musik zu tun hatte, wirkte magisch und anziehend auf mich. In meinem Elternhaus wurde viel musiziert, daher wurde ich von Anfang an tagtäglich damit konfrontiert. Besonders mochte ich als Kind auch immer die dicke Trommel, die im Wohnzimmer stand. Zum Glück wohnten unsere Nachbarn einige Meter weg.

Sie sind nicht nur als Darstellerin tätig, sondern hatten im letzten Jahr auch ihr Debüt als Choreographin und Dance Captain. Zeitgleich spielten Sie allerdings auch eine Rolle in diesen Stücken. Wie schafft man diesen Spagat?

Mit extrem guter Teamarbeit! (lacht) Ich sehe diese Angebote als doppelte Herausforderung an. Als ich beispielsweise die Rolle der „Fee aus dem See“ angeboten bekam, war ich sehr gerührt und dachte: „So, jetzt musste reinhauen!“ Als dann die Anfrage für die Choreographie dazukam, dachte ich: „Jetzt muss ich nicht reinhauen. Jetzt musste durchbrechen.“ Oftmals flitzte ich zwischen meinem Platz im Creative Team und dem auf der Bühne hin und her. Doch man gewöhnt sich schnell daran, ich hatte fantastische Kollegen, die mich unterstützten und mit denen die Arbeit großen Spaß machte.

Welche Rolle würden Sie gerne mal spielen?

Eine absolute Wunschrolle ist die der Scaramouche oder Ozzy in „We will rock you“. Freddie Mercury ist mein Hero und Teil seiner Musik zu werden, wäre großartig!
Auch Doralee Rhodes in „9to5“ steht auf meiner Liste. Country Music ist meine große Leidenschaft. Sie macht mich einfach glücklich. Gerade seit ich in Canada war, liebe ich Country Music und Blue Grass Music umso mehr.

Nach Ihrem Abitur ergatterten Sie einen der begehrten Studienplätze an einer der staatlichen Hochschulen, seit 2013 sind sie im Berufsleben. Würden sie diesen weg wieder gehen?

Absolut. Wenn ich ins Theater komme, bin ich zu Hause. Geschichtenerzähler zu sein, Menschen berühren zu können, sie lachen, weinen, mitfiebern zu sehen, ist mein Leben. All die manchmal unangenehmen Begleiterscheinungen wie fremde Wohnungen, lange Fahrten, Getrenntsein von den Liebsten, Konkurrenzkampf sind doch in Wirklichkeit nichts im Vergleich zu dem, was beispielsweise ein Feuerwehrmann, Entwicklungshelfer oder Arzt opfern muss. Vor diesen Menschen ziehe ich alle erdenklichen Hüte. Ich bin dankbar, auf der Bühne arbeiten zu dürfen. Es ist ein Geschenk.

Biografie

Gerade in letzter Zeit werde ich oft gefragt, wann genau ich eigentlich meine Liebe zur Musik entdeckte. Schwer zu sagen, weil sie immer da war. Mit solch einer Liebe verhält es sich wie mit Austern – entweder man findet sie köstlich oder kötzlich. Oder man nimmt nur die Perle. Im Folgenden lesen bzw. überfliegen Sie einen Text, der Ihnen einen kurzen Einblick in das gewährt, was sich Lebenslauf nennt. Viel mehr als ein Lauf ist es allerdings ein Lebens-an-sich-glauben, träumen, scheitern, auf-dem-Holzweg-sein, durchhalten, wundern, stagnieren, klettern, schwitzen, gegen-den-Strom-schwimmen, es-schaffen, es-nicht-schaffen, es-doch- schaffen, weitermachen, nicht-aufgeben, vertrauen. Doch für wen ist es das heutzutage nicht, gerade in der freien Wirtschaft.

Falls Ihr an dieser Stelle tatsächlich noch mit Eurer Aufmerksamkeit bei mir seid: Die wichtigsten Stationen meiner bisherigen Laufbahn sind farbig markiert, damit die „Überflieger“ es leichter haben, das offensichtlich Beste mitzubekommen. Für diejenigen, die es genau wissen wollen oder einfach nur Langeweile haben: Nehmen Sie sich einen Kaffee oder meinetwegen auch einen Grünkohl-Chia-Ingwer-Brokkoli-Smoothie und freuen Sie sich auf die Kurzgeschichte über meinen Weg von Brotdorf zum Brot…. äh…. Broadway.
Where’s the difference anyway?

Henriette Schreiner wuchs in einer kleinen Stadt namens Merzig auf. Mit sechs Jahren bekam sie Klavierunterricht, mit sieben hatte sie ihren ersten Sologesangsauftritt vor 800 Menschen, es folgten Hauptrollen in der Theatergruppe und Ballettunterricht. Im Jugendalter begann sie, Gesangsunterricht zu nehmen und spielte ihre erste Hauptrolle in dem Schülermusical Spray Attack. Zeitgleich wurde der Wunsch, Musicaldarstellerin zu werden, immer größer.

Als sie 20 Jahre alt war bewarb sie sich um einen der begehrten Studienplätze an der Hochschule für Musik und Theater Leipzig, den sie tatsächlich bekam. Ihr Studium zum Diplompopularmusiker Musical schloss sie im Februar 2013 mit Auszeichnung ab. Schon während des Studiums wirkte sie an verschiedenen Theaterproduktionen mit, so z. B. in der Musikalischen Komödie Leipzig in dem Musical City of Angels als Sopran des Quartetts Angel City Four, am Centraltheater Leipzig in der Tanzshow
Shall We Dance? und an der Staatsoperette Dresden als eine der Two ladies und als Kit-Kat-Girl in Cabaret.

2010 brachte sie in Leipzig ihre One-Woman-Show Gleich komm ich, aber wie?! auf die Bühne, 2013 Das Leben ist (k)ein Ponyhof – aber geritten wird trotzdem. Unmittelbar nach dem Studium war Henriette 2013 und 2014 als Solistin auf den Kreuzfahrtschiffen AIDAbella und AIDAdiva engagiert. Nach der Arbeit auf hoher See bekam sie am Tiroler Landestheater eine der sechs Hauptrollen in der Musicalrevue Sekretärinnen, die sehr erfolgreich bis April 2015 lief. Seit Mai 2015 ist Henriette erstmals als Choreographin für das Musical Monty Python’s Spamalot zuständig und spielt zusätzlich die weibliche Hauptrolle in diesem Stück. Als Fee aus dem See eröffneten sie und ihre Kollegen im September die Spielzeit 2015/16 am Tiroler Landestheater.

Für die Rolle der Anne Dindon in La cage aux folles führte es sie im Sommer 2015 erstmals in ihre Heimat Merzig zurück, wo sie ab Februar 2016 als Traurige Braut und Cover Wednesday Addams in dem Musical The Addams Family zu sehen war. Das Stück besuchte das Theater 11 in Zürich (Februar 2016), das Museumsquartier in Wien (November 2016) und das Deutsche Theater in München (März 2017). Im März 2016 wurde Henriette zudem als Soulgirl Chrystal und auch als Dance Captain in Der kleine Horrorladen am Pfalztheater in Kaiserslautern engagiert. Das Stück feierte im Mai Premiere und lief bis Januar 2017.

Seit Januar 2017 ist Henriette festes Mitglied des Pop-Oratorium Luther, das die größten Hallen Deutschlands, so z.B. die SAP-Arena in Mannheim, die Barcleycard-Arena in Hamburg oder die Olympiahalle in München bespielt. Im Mai 2017 steigt Henriette als Wednesday Addams in The Addams Family aus der Berliner Gruft des Admiralspalastes und wird somit ihr Debüt in ihrer Wahlheimat Berlin geben.
Henriette schreibt zudem eigene Popsongs mit Einflüssen der Countrymusik.

Henriette arbeitete schon mit renommierten Künstlern und Künstlerinnen zusammen – die auch alle nur mit Wasser kochen, bzw. in der Theaterkantine essen: Darunter Andreas Gergen, Buenaventura Braunstein, Christopher Tölle, Cornelia Drese, Craig Simmons, Ethan Freeman, Holger Hauer, Kenneth Posey, Lynnda Curry, Mark Garcia, Perrin Manzer Allen, Tom Fletcher und viele weitere.

Media

Eigene Musik

„She’s a wild child, got a rebel soul and a whole lot of gypsy wild style…“

-Kenny Chesney-

Spätestens seit meiner Zeit in Canada bin ich von Countrymusic und Blue Grass Music regelrecht infiziert. Von Dolly Parton über Trisha Yearwood, George Strait bis hin zu Taylor Swift- ich liebe sie alle! Den Freigeist, die Liebe, die Klarheit, die Freude, die Emotionen und die Wahrheit, die diese Musik in sich trägt, treffen mich direkt ins Herz! 

Somit liegt es nahe, dass meine eigene Musik davon inspiriert wurde. Eigene Geschichten zu erzählen, ein Stück von mir zu geben, von Herz zu Herz zu schreiben und zu singen- das ist einfach „mein Ding“!

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